Laura hat Geburtstag! Wir frühstücken, unterhalten uns, machen zwischendurch einen kleinen Spaziergang, bereiten Almuerzo (Mittagessen) vor und Kartoffelsalat für den Abend. Dann geht es los zum Haus von Reina und den anderen, wo die Party statt finden soll. Das Haus liegt hinter dem Rosenfeld. Es gibt Bier und den Rum den wir mitgebracht haben. Noch vor dem Essen sind alle am tanzen. Wir auch. So haben wir doch noch eine richtige venezolanische Party miterlebt. Muchas Gracias.
Freitag, 6. Mai 2011
La Vida con la Zanaoria. 29.04.2011
Wir frühstücken in der Küche von Yvonne und fahren dann mit Laura nach Tovar. Ein komisches Gefühl, die bereits gefahrenen Kilometer nochmal mit dem Auto zu fahren. Nach einem kleinen Ausflug nach Bailadores und zu einem Wasserfall fahren wir zurück zu Yvonne und veranstalten ein „Bolognese schaukochen“ mit unserem Benzinkocher, was wir uns hätten sparen können, denn es gibt noch ein ordentliches Assado.
Las Playitas besteht fast nur aus Neffen und ein paar Nichten von Yvonne und Ihrem Mann. Viele bekommen Arbeit und was zu Essen im Haus von Yvonne. Die Arbeit besteht aus Möhren ankaufen, putzen und wieder verkaufen. Das Geschäft scheint sich zu lohnen. Gegenüber gibt es noch ein kleines Rosenfeld, dass die Familie von Reina bewirtschaftet (eine Nichte).
Pura Subida! 28.04.2011
Um aus Tovar raus zu kommen brauchen wir Stunden. Wie so oft geht auch hier die steilste Strasse mitten durch den Ort. Was bedeutet, dass uns alle leiden sehen können und uns der ein oder andere Fußgänger überholt... In Tovar wars eigentlich ganz nett, weil die Leute spürbar freundlicher wurden und man den ein oder anderen Smalltalk an der Strasse führen konnte. In Bailadores angekommen, wollen wir noch etwas weiterfahren. Da auf dem Weg dort hin einige Posadas waren, machen wir uns keine Sorgen auch nach dem Ort eine Unterkunft zu finden. Zelten wollen wir eigentlich an diesem Tag nicht, weil wir durch die schwüle Luft komplett nass geschwitzt sind (Da macht der Regen auch nichts mehr). Wir fangen an nach einer Unterkunft zu fragen. „Am besten ihr fahrt zurück nach Bailadores, nee vielleicht hat der neben dem großen Haus hinter dem Erdrutsch und der Brücke ein Zimmer. Fragt dort mal nach.“ „Nein wir vermieten keine Zimmer, aber die Frau dahinten um die Ecke, die vermietet Zimmer!“ Um die Ecke sind ca. 5 weitere Kilometer (Bergauf!) und 10 weitere Leute, die wir fragen. Die Frau, die die Zimmer vermietet ist mittlerweile gestorben und der Sohn nicht da. Zudem ist alles im Nebel verschwunden, es wird kalt und es sind nur noch wenige Stunden bis zum Einbruch der Dunkelheit. Was nun? Wir warten auf den Sohn, aber wie lange sollen wir warten? Sollen wir alles auf eine Karte setzen. Weiter oben soll angeblich nichts mehr sein. Doch plötzlich klart es etwas auf und wir sehen ein paar Häuser und eine kleine Kirche. Wir entscheiden uns weiter zu fahren und kommen an einem netten kleinen Laden vorbei. Dannach fragen wir in einem Hof, ob sie einen Platz für unser Zelt haben. Dort ist alles zugepflastert, sie verweisen uns an die Nachbarn, die haben ein Stück Wiese. Wir landen direkt im Garten von Yvonne! Wir bekommen eine Dusche, was zu Essen Tee und Rum. Und eine Einladung zur Geburtstagsparty von Laura, der Tocher von Yvonne, zwei Tage später. Nun stecken wir wirklich fest, denn wir können nicht „nein“ sagen.
Pablo. 27.04.2011
Nach den Pausetagen in Mérida, wollen die Muskeln noch nicht wirklich was machen. Umso besser ist es, dass zumindest der erste Teil der Strecke Bergab geht. Fast in Tovar angekommen, treffen wir Pablo wieder, der uns mit dem Moto überholt und uns voller Freude mit unseren Namen begrüßt. Pablo haben wir auf der Fahrt nach Mérida kennengelernt, wo er die Arbeiten nach einem Erdrutsch betreut hat. Er gibt uns noch eine Hotel-Empfehlung und würde uns am liebsten am Wochenende, wenn er frei hat, die Umgebung zeigen. Klingt verlockend, aber wir wollen nach Kolumbien (so schnell wie möglich!).
Cumpleaños. 23.04.2011 – 26.04.2011
Ja, was sollen wir schreiben. Außer schlafen, essen und einen „Alibi-Spaziergang“ haben wir nichts zu berichten. Doch da war noch Natzkys Geburtstag. Den haben wir natürlich gefeiert. Am Abend haben sich auch noch ein paar Gäste eingefunden. Ein Schweizer mit seiner mexikanischen Freundin und Rudi, der einmal im Jahr Deutschland verlässt um mit seinem Moto die Umgebung von Mérida unsicher zu machen.
Samstag, 23. April 2011
Mérida! 22.04.2011
Gegen neun Uhr verlassen wir den Park und machen uns auf in Richtung Mucuchíes. Eduardo aus Boconó hat uns dort eine Posada empfohlen. Doch als wir anklopfen macht keiner auf. Nach kurzem warten entschließen wir uns, doch weiter bis Merida zu fahren. Nach zwei Stunden Abfahrt sind wir auch fast da. Es ist gegen ein Uhr als es...nah? Richtig! Zu regnen anfängt. Zu allem Überfluss geht es auch noch die letzten fünf Kilometer bergauf und Doro hat inzwischen schlimme Magenprobleme. Jetzt heißt es nochmal alle Energie zusammenzukratzen und die letzte Steigung zu überwinden. Noch zwei weitere Erdrutsche blockieren unseren Weg. Endlich! Merida! Unsere erste Fernetappe haben wir nach 1400 km geschafft. Wir freuen uns auf vier Tage Pause. Sogar eine gute Posada haben wir für erschwingliches Geld gefunden. Mit Kochgelegenheit. Jetzt steht dem Schnitzel mit Bratkartoffeln nichts mehr im Wege.
Joost nacio! Bienvenido! Felizidades Judith y André. 21.04.2011
Wir trauen uns nochmal nach der Entfernung zu fragen. „Es sind noch 1.5 h mit dem Fahrrad oder 15 km.“ Na dann los. Heute mit guter Sicht fahren wir weiter dem „Paso Aguila“ entgegen. Nach ca. 2 Stunden und 7 km sind wir plötzlich oben. „Häh?“ Wir feiern mit heißer Schokolade und dem Marmorkuchen unseren Aufstieg. Leider ist nun wieder alles eingenebelt, so dass Fotografieren nur schlecht funktioniert. Wir setzen unsere Mützen auf, ziehen die Handschuhe an und prüfen nochmal unsere Bremsen. Ca. 80 km Abfahrt liegen vor uns, die wir uns zum größten Teil für den nächsten Tag aufheben, da wir einen Abstecher in den Nationalpark La Culata machen. Dort sind zwei Condore eingesperrt, die uns unendlich leid tun. Die venezuelanischen Touristen sehen das anders und bringen noch nicht einmal den nötigen Respekt auf, obwohl dies nochmal ausdrücklich auf einem Schild beschrieben ist, den Motor vom Auto auszuschalten, die Musik auszumachen, die Flasche Rum im Auto zu lassen und den Zaun nicht zu übersteigen. Wir sprechen mit dem Nationalpark Wächter und bekommen die Erlaubnis im Park zu zelten. Durch zwei Täler gelangen wir an einen tollen Platz zum zelten.
Wie wir erst später erfahren ist an diesem Tag der kleine Wurm von Judith und André aus Hamburg geboren. Willkommen! Herzlichen Glückwunsch Judith und André.
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| Pico El Aguila, altitud 4118 müNN |
Un dia mas! 20.04.2011
Wir kämpfen uns die Serpentinen rauf. Es sind noch etwa 20 – 30 km bis zum Paso Aguila. Die Luft wird immer dünner und wir benötigen mehr Zeit zum Ausruhen, als zum Fahren. An einem Kiosk merken wir, dass man in der Höhe ordentlich Kalorien braucht. Wir trinken jeweils zwei heiße Schokoladen und essen zwei Kuchen. (Natzky nur einen, aber dafür nimmt er sich einen Mamorkuchen für den Paso mit.) Nach weiteren 5 km kommt uns die Gelegenheit etwas zu Essen ganz recht und wir kehren ein. Nochmal hören wir von der Französin, die ca. 70 Jahre alt soll (etwa zur gleichen Zeit treffen Oli und Milena die Französin in Hobo / Kolumbien).
Es ist ein Uhr! Was passiert nun? REGEN! REGEN! REGEN! Glücklicherweise gehört zu dem Restaurant auch eine Posada. Wir nehmen das Zimmer und nutzen die Gelegenheit unsere Sachen unter der großzügigen Garage zu trocknen. Danach legen wir uns unter 1000 Decken (es ist wirklich kalt geworden) ins Bett und verdösen den Tag. Die Höhe (ca. 3300 müNN) macht besonders Doro stark zu schaffen.
Subida! 19.04.2011
Gut ausgeruht beginnen wir den Anstieg auf den Paso Aguila (4007 müNN). Es geht wieder steil bergauf, aber wenigstens müssen wir nicht schieben. Wir brauchen dringend einen Ruhetag (den wir eigentlich in Tuñame machen wollten). Deshalb fangen wir schon nach 12 km an einen Zeltplatz zu suchen. An einer Posada fragen wir nach einer Camping Möglichkeit. Uns wird eine andere Posada fünf Minuten weiter (= 45 min) empfohlen. Dort haben wir Erfolg. Auf deutsch werden wir über eine Finca geleitet, auf der wir uns einen Platz aussuchen können. Später wärmen wir uns mit einer heißen Schokolade und Gulaschsuppe im anliegenden Restaurant auf. Vor einem Monat hat eine Französin, die ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs war, dort übernachtet.
Volkswaacken! 18.04.2011
Wir können es kaum erwarten diese miese Posada zu verlassen. Nachdem es runter zum „Zentrum“ geht, wird die Stadt nicht sympathischer. Schön, dass es danach wieder bergauf geht. Durch Wolken, Nebel und unseren Freund, den Regen klettern wir wieder auf knapp 2600 müNN. In einem kleinen Laden kaufen wir zwei große Kaffee und ein Brot. Die Bedienung ist ein kleiner Junge und wir fragen uns wir er an die große Kaffeekanne kommt. „Ein Hocker hinterm Tresen!“
Nach etwa eineinhalb Stunden geht es unerwartet bergab. Nach etwa 10 km Abfahrt durch
queren wir Jajó. Ein sympathisch wirkender Ort mit vielen Menschen auf der Straße. Beim fahren überlegen wir, ob wir dort bleiben sollen, doch ehe wir uns versehen, sind wir schon durch gefahren.
Wir fangen an nach einer Zeltgelegenheit zu suchen. Wir finden ein freies Grundstück und fragen ob wir hier Zelten dürfen. Nachdem wir die Erlaubnis erhalten haben, fangen wir an zu kochen. Es ist ein Uhr! Was passiert nun? REGEN!
Wir entscheiden uns um, packen die Sachen wieder ein und fahren weiter in Richtung Merida.
An einer Tankstelle wollen wir Empanadas kaufen und sehen einen Haufen VW Käfer. Während Doro versucht Empanadas aufzutreiben, werde ich, nachdem die Käfergang herausgefunden hat, daß ich (wir) deutscher bin, umzingelt und muß mit jedem inklusive Räder aufs Foto. Als Doro dazukommt, nochmal alles von vorne. Wir werden mit (viel zu kleien) T-Shirts und Aufklebern beschenkt.
Nach dieser ganzen Aktion, gibts auch endlich wieder Empanadas zu kaufen.
Wir verabschieden uns und hoffen insgeheim auch bis nach Timotes zu kommen, um mit den Käferfreaks zu Zelten und ein Bier zu trinken.
Nach etwa eine halben Stunden kommen wir an ein Stauende. Wir fahren einfach an den Autos vorbei und wen sehen wir? Die Käfergang! Wir verabschieden uns noch einmal und rollen weiter bergab an den wartenden Autos vorbei.
Wir treffen fünf Jungs, wo von drei ein Fahrrad haben. Sie löchern uns mit den üblichen Fragen, „Wohin? Woher? Aus welchem Land?...“
Sie klären uns darüber auf, daß es am Morgen einen Erdrutsch gegeben hat und kein Auto vorbei kommt, aber Fahrräder.
Mit ihrem Geleit fahren wir weiter an den Autos vorbei. Sie verteidigen uns gegen Gringorufe und helfen Doro durch den Matsch.
Ein paar Kilometer später heißt es Abschiednehmen. Ein Junge gibt uns noch einen Tipp, wo wir Zelten können. Bis nach Timotes wird es nochmal anstrengend.
Wir schaffen es noch, das Zelt in dem Garten des Luxushotels,
welches der Junge uns zum Zelten empfahl, vor Einbruch der Dunkelheit, aufzubauen. In der Dukelheit sehen wir die Blitze vom Largo de Maracaibo. Ein Naturphänomen, welches noch nicht ganz geklärt ist.
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