Früh morgens verabschiedet uns Hilda mit einem Cafécito. Nichts Böses ahnend radeln wir los Richtung Tuñame. Laut Herbergsvater brauchen wir vier Stunden. Nach vier Stunden steil bergauf, teilweise schiebend, fragen wir wie weit es noch ist. Von einem Kilometer bis einer halben Stunde sind alle Antworten dabei. In der Realität sind es allerdings noch 25 km (15 km liegen bereits hinter uns). Wir formulieren die Frage um und fragen wie weit es noch Bergauf geht. „Nur noch bis zu dem Haus da vorne, danach reine Abfahrt.“ Denkste! Wir fahren noch ca. 5 km bergauf. Pünktlich um eins fängt es natürlich an zu regnen. Wie jeden Sonntag sind alle Männer auf der Strasse besoffen. Manche schaffen es nicht mehr sich hinters Steuer zu setzen und lassen sich von Ihren Kindern nach Hause fahren. Der Hammer war ein kleiner Junge, nicht älter als 10, der seine noch kleinere Schwester mit einem riesen Pickup durch die Gegend fuhr. Völlig durchgenässt und genervt kommen wir in dem „schönen“ Tuñame (laut Eduardo) an. Wir finden gleich eine Posada, wollen dort aber nicht klingeln, weil so viel Müll vor der Tür liegt. Also fahren wir in den Ort runter und fragen bei dem Hotel. Leider hat das Hotel geschlossen und es gibt nur die eine Posada. Das erste Gefühl hat sich bestätigt. Wir fühlen uns total verarscht und wollen nur diese Nacht rumbringen. Fluchend gehen wir ins Bett. Es geht noch schlimmer (Posada Roma)... und dafür zahlen wir genauso viel wie für wirklich schöne und saubere Posadas. Die Landschaft allerdings war Traumhaft.
Samstag, 23. April 2011
Hellau! 16.04.2011
Die Sonne scheint, das perfekte Radelwetter. Nach ein paar Kilometern ist der Berg so steil, dass ich (Doro) beim anfahren fast umfalle, ich kann das Rad gerade noch eben halten, so dass die Schaltung nicht kaputt gedrückt wird. Da kommt die Rettung, ein Auto hält an und der Beifahrer eilt mir zur Hilfe, stellt mich samt Rad wieder hin und fährt weiter.
Wir fahren eine schöne Bergetappe, vorwiegend bei Sonnenschein, bis es gegen 13:00 h anfängt zu regnen. Wir essen was in Niquitao und entscheiden uns dann dort zu bleiben. Bei dem Regen hat es keinen Sinn weiter zu fahren.
Hawaitoast. 15.04.2011
Es regnet immer noch, deshalb bleiben wir einen Tag in Boconò. Eduardo, unser Herbergsvater, gibt uns ein paar Tipps, was wir unternehmen können. Doch mehr als den Museumsbesuch schaffen wir nicht. Es hört einfach nicht auf zu regnen.
Am Abend dürfen wir die Küche benutzten und wir machen Hawaitoast. Eduardo und Marisa schlagen uns eine alternativ Route vor. Die nicht wie geplant über Trujillo und Valera geht, sondern eine weniger stark befahrene Route. Wir sind sehr gespannt. Morgen geht’s weiter. (Hoffentlich spielt das Wetter mit.)
Freitag, 15. April 2011
Lluvia! 14.04.2011
Nach 8 km bergauf und danach überwiegend bergab kommen wir durchgefrohren und nass in Boconò an. Wir finden eine schöne Posada und werden mit einem trockenem Handtuch und Tee empfangen. Der Regen will überhaupt nicht mehr aufhören. Nur der Hunger treibt uns nach draußen. Nach einer Pizza und ein paar Bier geht’s zurück zur Posada und direktamente ins Bett.
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| Wir bekommen herrlich schmeckende Nüsse geschenkt. Der Obstverkäufer ist überglücklich über seine tolle Aussicht, welche soeben vernebelt. |
Arepa con Queso! 13.04.2011
Es geht erst mal bergauf! Bis wir den Ort verlassen, müssen wir mindestens 5 Verschnaufpausen einlegen. Kaum sind wir aus dem Ort draußen beginnt es fürchterlich zu regnen. Es hilft alles nichts wir müssen weiter. An einem Empanadaschild machen wir halt. Doch Empanadas gibt es nur am Wochenende. Wir bekommen erst mal zwei Kaffees zum wärmen und dann noch zwei leckere Arepas mit Käse. Vielen Dank für das leckere Essen und das trockene Plätzchen. Wir schaffen es bis in den nächsten Ort. Batatal.
Schröders live en en la tele. 11.04.2011
Wir essen Epanadas zum Frühstück und machen uns auf zum Portugiesen, einen Kontakt zum Geld tauschen, welchen wir am Vortag aufgemacht haben. Dort möchte aber keiner Euros und wir werden weitergeschickt zum Nächsten, der möchte aber auch nichts. Also verlassen wir uns auf Victorias Kontakte. Ihr Mann holt uns um 10:30 h ab und wir fahren mit dem Fahrrad zu verschiedenen Geschäften. Keiner will unser Geld. Dann fahren wir zur Kirchengemeinde und plötzlich sitzen wir in einem Gottesdienst, der Live ins Fernsehen (Luz Tv) übertragen wird. Wie soll es anders sein, wir werden aufgefordert nach vorne zu kommen und etwas zusagen. Sie fragen uns warum wir hier sind. Wir können ja schlecht sagen, dass wir Geld tauschen wollen also holen wir etwas aus. Was nicht so einfach ist, denn plötzlich fallen uns die Wörter nicht mehr ein. Wie peinlich und das haben ungefähr 100.000 Menschen gesehen (… und die arme Frau, die das ganze noch in Lautsprache übersetzen musste). Wir bekommen einen spontan Segen, in dem die ganze Gemeinde ihre Arme nach oben hebt und mit den Händen Blinklichter imitiert. Was für ein Erlebnis! Danach werden wir zum Essen eingeladen und unterhalten uns noch lange mit dem Pastor, welcher vorher auch den Gottesdienst gemacht hat und der internationale Direktor von der Kirche „Luz del Mundo“ ist. Es war sehr interessant. Er schreibt uns noch eine Empfehlung. Falls wir Freunde brauchen, können wir uns an die jeweiligen Gemeinden in den Orten wenden, durch die wir durch fahren. Danach werden wir als Gäste zum Englischunterricht im Haus des Pastors eingeladen. Als wir das Gelände verlassen ist es schon Abend. Später können wir sogar noch Geld tauschen mit Franklin, der Englisch lernt und Euros braucht, weil er mit seiner Frau nach Australien möchte. Am Abend kochen wir schön und müssen dauernd anfangen zu lachen weil wir an unseren Fernsehauftritt denken und freuen uns, dass wir einen kurzen Einblick in die Kirche „Luz del Mundo“ bekommen haben.
Excursion del Domingo. 10.04.2011
Von Acarigua fliegen wir förmlich nach Guanare. Eine Sonntagsspazierfahrt mit noch weniger Verkehr auf der Troncal 5. Guanare macht auf Anhieb einen komplett anderen Eindruck als alle anderen venezuelanischen Städte, die wir bisher kennengelernt haben. Wir finden, dank GPS, eine nette, saubere Pension. Guanare ist nicht so zugemüllt, am Sonntag sehr ruhig (die Geschäfte haben alle geschlossen) und macht einen sehr sympathischen Eindruck auf uns.
Wir entscheiden uns noch einen Tag zu bleiben. Hermana Victoria, die den Nachtdienst im Hotel macht, verspricht uns am nächsten Tag weiter zu helfen, was unsere Geldprobleme betrifft.
Descanzar! 9.04.2011
Wir machen einen Ruhetag.
Die Wäsche ist gewaschen, nur das „Geldtauschen“ bereitet uns noch Sorgen. Wann sind wir endlich in Kolumbien?
Muy sola. 8.04.2011
Es geht weiter, eigentlich wollen wir einen Ruhetag einlegen. Doch haben wir keine Freundschaft mit San Carlos geschlossen. Deshalb machen wir uns auf den Weg nach Acarigua. Wir kämpfen uns mit unseren letzten Kräften vorwärts. Einziges Trostplaster ist, dass wir endlich Ruhe von dem Schwerlastverkehr haben, da die Troncal 5 parallel zur neu gebauten Autobahn führt. Als der Verkehr plötzlich zunimmt stellen wir fest, dass ein Stück Autobahn noch nicht fertiggestellt ist. Von weitem sehen wir vereinzelt Moppeds und Baustellenfahrzeuge. Auf gut Glück biegen wir auf einen „Feldweg“ und gelangen auf die noch nicht freigegebene Autobahn. Fast alleine fahren wir auf der vierspurigen Autobahn und überholen Laster und Walzen. Die Bauarbeiter schauen uns mit offenen Mündern hinterher.
Wieder auf der Troncal 5 biegen wir in Agua Blanca ab um uns mit einem Refresco zu stärken. Vier kleine Jungs löchern uns mit Fragen. Sie wollen wissen wo wir nach Merida hinfahren und ob wir schon in Afrika, Indien und im Orient waren.
In Acarigua finden wir ein Hotel nach unserem Gusto. Unsere Probleme scheinen sich in Luft auf zu lösen, wir finden ein sauberes Zimmer, jemanden mit dem wir Geld tauschen können und eine Lavanderia direkt neben unserem Zimmer. Eine rauhbeinige, slowenische Hotelchefin, mit einer Stimme als würde sie jeden Tag ein Fass Rum trinken und ne Stange Zigaretten rauchen, empfängt uns herzlich und macht sich schreckliche Sorgen um uns, weil wir mit dem Fahrrad über Venezuelas gefährliche Straßen fahren.
Wieder auf der Troncal 5 biegen wir in Agua Blanca ab um uns mit einem Refresco zu stärken. Vier kleine Jungs löchern uns mit Fragen. Sie wollen wissen wo wir nach Merida hinfahren und ob wir schon in Afrika, Indien und im Orient waren.
In Acarigua finden wir ein Hotel nach unserem Gusto. Unsere Probleme scheinen sich in Luft auf zu lösen, wir finden ein sauberes Zimmer, jemanden mit dem wir Geld tauschen können und eine Lavanderia direkt neben unserem Zimmer. Eine rauhbeinige, slowenische Hotelchefin, mit einer Stimme als würde sie jeden Tag ein Fass Rum trinken und ne Stange Zigaretten rauchen, empfängt uns herzlich und macht sich schreckliche Sorgen um uns, weil wir mit dem Fahrrad über Venezuelas gefährliche Straßen fahren.
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